Mit „The Man with the Iron Fists“ erfüllt sich Rapper RZA (Wu-Tang Clan) einen lange gehegten Kindheitstraum: Er spielt die Hauptrolle in einem spektakulären Kung-Fu-Spektakel, das die legendären Shaw Brothers nicht besser hätten inszenieren können.

RZA verkörpert im Film nicht nur die titelgebende Hauptrolle, er fungiert gleichzeitig auch als Regisseur, Komponist und Koautor. Das Drehbuch ist gemeinsam mit Eli Roth entstanden, dem Macher von Horror-Schocker „Hostel“ und „Cabin Fever“. Auf sein Regie-Debüt hat der 43-jährige lange hingearbeitet. Bereits bei seinem Cameo-Auftritt in „Ghost Dog – Der Weg des Samurai“ hatte er Gelegenheit, Jim Jarmusch, einem der ganz großen Regisseure unserer Zeit, über die Schulter zu schauen, später lieferte er den Soundtrack zum Anime „Afro Samurai“. Auf sein Regie-Debüt hat er sich gemeinsam mit Freund und Mentor Quentin Tarantino vorbereitet, der es sich nicht hat nehmen lassen, „The Man with the Iron Fist“ zu präsentieren. Herausgekommen ist dabei eine wilde Mischung aus traditionellem Martial-Arts-Film, Hochglanz-Trash und modernem Grindhouse-Kino, die stets von den coolen Hip-Hop-Klängen Marke RZA untermalt ist.

Angesiedelt im feudalen China des 19. Jahrhunderts, schildert der Film den Kampf diverser Parteien um das sagenhafte Gold des Kaisers. Dieses soll zu einem sicheren Ort transportiert werden und der berüchtigte Lion-Clan ist mit der Aufgabe betraut, die reibungslose Überführung zu gewährleisten. Doch Gold Lion, das weise und treue Oberhaupt des Clans, fällt einem hinterlistigen Putsch zum Opfer, so dass fortan seine Söhne Silver Lion und Bronze Lion nicht nur die Führung des Clans, sondern auch das Gold an sich reißen. Und die sind alles andere als friedfertig und planen als erstes einen Angriff auf den verhassten Wolf Clan. Weil beide Parteien ihre Waffen beim Schmied (RZA) des Dorfes Jungle Village fertigen lassen, gerät dieser bald ins Schussfeld und wird schließlich dafür bestraft, dass er dem dritten Sohn des getöteten Gold Lion, Zen Yi, genannt X-Blade, Unterschlupf gewährt hat. Der wiederum ist ausgezogen, um den Tod seines Vaters zu rächen und wurde dabei von einem mysteriösen Kämpfer (Wrestler Batista), der seinen Körper zu Bronze werden lassen kann, schwer verwundet. Da Zen Yi herausgefunden hat, dass Silver Lion hinter der Ermordung des gemeinsamen Vaters steckt, steht nun auch er auf der Abschussliste des neuen Lion-Anführers. Als Zen Yi dem Schmied die Unterarme abhacken lässt, damit dieser nie wieder in der Lage ist, Waffen zu fertigen, kommt ihm ein mysteriöser Fremder namens Jack Knife (Russel Crowe) zu Hilfe, der ihm das Leben rettet. Gemeinsam gelingt es den beiden, dem Amputierten eiserne Unterarme zu schmieden, die härter als jedes Metall sind. Wieder genesen, begeben sich der Schmied, Jack Knife und X-Blade nun auf einen Rachefeldzug, bei dem sie es nicht nur mit den Lions, sondern auch mit den teuflischen Freudenmädchen der Madame Blossom (Lucy Liu) zu tun bekommen. Im Edelpuff von Jungle Village kommt es schließlich zum alles entscheidenden Showdown zwischen den rivalisierenden Parteien…

Bereits die Handlung des Films dürfte deutlich machen, dass es sich hier nicht um ein dialoglastiges Beziehungsdrama, sondern um einen rasanten Action-Film handelt, der stets neue Kämpfer einführt, die mit allerlei skurrilen Optiken und waghalsigen Kampftechniken zu überraschen verstehen. Neben dem eindrucksvollen Bronze-Kämpfer und dem Mann mit den eisernen Fäusten gehören beispielsweise auch die Gemini-Zwillinge, die mit Klingen, die sich in einander haken lassen, alle Aktionen gemeinsam ausführen oder X-Blade, dessen Kampf-Anzug aus allen nur erdenklichen Öffnungen Klingen feuert, zu den illustren Kämpfern. Natürlich sollte man „The Man with the Iron Fists“ nicht zu Ernst nehmen. Der Film versteht sich als liebevolle, moderne Hommage an die Filme der Shaw Brothers, bietet Kampf-Choreographien in Videoclip-Ästhetik und liefert mit seinem stimmungsvollen Soundtrack einen einzigartigen Culture-Clash zwischen traditionellen chinesischen Martial Arts-Fights und zeitgenössischer Hip-Hop-Kultur.

„The Man with the Iron Fists“ ist eine furiose Mischung aus „Kung Fu Hustle“ und „Big Trouble in Little China“ und dürfte somit ein heißer Anwärter auf den Party-Film des Jahres sein!

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